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Fachbeitrag in der Beauty Forum (Edition D 06/2019)

5 MUST-HAVES ZUR KUNDENGEWINNUNG - Als Gründerin eines Kosmetikinstituts müssen Sie die Grundsätze des Marketings kennen. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen daher die fünf wichtigsten Instrumente der Neukundengewinnung vor, die Sie für Ihr neues Institut unbedingt einplanen sollten. Von der Reihenfolge her entspricht die Auflistung dem üblichen Informationsweg eines Kosmetikkunden. Nutzen Sie sie einfach wie eine To-do-Liste.

 

 

„Unternehmer WERDEN ist nicht schwer, Unternehmer SEIN dagegen sehr!“ So lautet ein etwas abgewandeltes, jedoch nicht weniger wahres Sprichwort. Muss man doch als Existenzgründer mit einem neuen Kosmetikstudio die wichtigsten Spielregeln von Marketing und Marktwirtschaft kennen und auch sicher anwenden können.

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen daher 5 wichtige Instrumente vor, die Sie für Ihr neues Kosmetikstudio unbedingt mit einplanen sollten. Von der Reihenfolge her entspricht die Auflistung dem üblichen Informationsweg eines Kosmetikkunden. Nutzen Sie sie doch einfach wie eine To Do-Liste.

1. Logo und Werbeauftritt

Alles was Sie in Ihrer Selbständigkeit tun, trägt zu einem bestimmten Image bei – also die Art und Weise, wie Kunden und Interessenten Ihr Geschäft wahrnehmen (werden). Wollen Sie als hochwertiger Experte in Ihrer Region wahrgenommen werden? Dann kommen Sie um eine exzellente Werbegestaltung nicht herum. Sehr oft wird ein solches Corporate Design in der Gründungsphase aus Kostengründen vernachlässigt. Investieren Sie an dieser Stelle lieber etwas mehr für ein ausgezeichnetes Ergebnis bei Logo, Farben, Formen, etc. Schließlich müssen Ihre Kunden ab sofort Ihre Werbung wie z.B. Terminkarten, Plakate, Infomailings, Website, Facebook-Profil, Flyer oder auch Zeitungsanzeigen schon auf den ersten Blick (nur ca. 1,5 Sekunden) eindeutig wiedererkennen. Nur dann bleibt Ihr Unternehmen nachhaltig im Gedächtnis und Sie können sich auf kontinuierlich wachsende Kundschaft freuen.

2. Google MyBusiness

Experten haben festgestellt, dass Printmedien (Plakate, Flyer, etc.) sehr gut Aufmerksamkeit erregen können, Onlinemedien (Website, Social Media, etc.) dagegen hervorragend für eine interaktive Kommunikation geeignet sind. Den größten Erfolg haben Sie aber mit einer Vernetzung von Online- und Printmedien. Hat also ein potenzieller Neukunde einen Flyer von Ihnen in die Hand bekommen, sucht er in der Regel nach mehr Informationen. Und wo? Natürlich im Internet und dort in den meisten Fällen über Google. Tragen Sie Ihr Unternehmen daher bei Google MyBusiness ein. Das ist kostenlos und recht einfach. Nach nur kurzer Zeit haben Sie Ihre Kontaktdaten, Bilder von Ihren Räumen und Ihre Öffnungszeiten direkt bei Google veröffentlicht. Außerdem wird anhand der Geschäftsadresse automatisch ein Eintrag bei Google-Maps erstellt. Praktisch auf einen Klick wird das Kunden-Smartphone zum Navigationssystem und führt jeden Interessenten direkt bis vor Ihre Haustür. Ein weiterer wichtiger Vorteil sind die Bewertungen, die Ihre Kunden veröffentlichen können. Motivieren Sie alle Ihre neuen Kunden dazu, eine nette Bewertung für Sie abzugeben. Da Kunden lieber Kunden glauben, sorgen Sie so bereits von Anfang an für ein aktives Empfehlungsmarketing.

3. Website

Hat der Kosmetikinteressent Ihr Unternehmen, den Standort und die ersten Infos gefunden, will er sich in der Regel gern anonym bei Ihnen umschauen. Diese Gelegenheit sollten Sie ihm mit Ihrer eigenen Website bieten. Auch diese muss bereits auf den ersten Blick zu Ihren anderen Werbemitteln passen (siehe Werbeauftritt). Achten Sie daher vor allem bei kostenfreien oder sehr günstigen Webbaukästen darauf, ob diese überhaupt in der Lage sind, Ihr professionelles Corporate Design darzustellen. Das ist nicht überall der Fall.

Neben wichtigen rechtlichen Informationen, wie Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweis, sollten Sie dem Interessenten auf möglichst kurzem Weg einen positiven Eindruck von Ihrem Unternehmen, Leistungen und Räumlichkeiten vermitteln. Verzichten Sie daher auf der Startseite auf einen spröden „Willkommen bei...“-Text. Da ein solcher Text meist immer an der gleichen Stelle steht, wirkt Ihre Seite schnell statisch und vielleicht sogar langweilig. Veröffentlichen Sie auf der Startseite lieber aktuelle Angebote und Kurzbeschreibungen Ihrer besten Anwendungen, eindrucksvolle Fotos von Ihren Räumen sowie eine kurze Vorstellung Ihrer Person mit Foto. Jeder dieser Punkte kann über einen Link zu weiteren Informationen führen.

Der Großteil der Internetbenutzer surft in erster Linie mobil, daher muss Ihre Internetseite im responsive Design aufgebaut sein. Das heißt, sie passt sich automatisch an das jeweilige Format des Smartphones, Tablet-PCs oder Notebooks an. Aber auch Telefonnummern und Emailadressen sollten so modifiziert sein, dass ein Interessent einfach nur darauf klicken und Sie kontaktieren kann.

4. Online-Kundentermine

Nutzer von Onlinemedien wollen in der Regel schnell zum gewünschten Ziel gelangen. Daher liegt für eine gute kundenorientierte Kommunikation in der Kürze die „Würze“. Neben Ihrer Telefonnummer, der Emailadresse und vielleicht einem Kontaktformular auf der Internetseite sollten Sie sich ruhig einmal Gedanken über ein Online-Termintool machen. Gerade bei Werktätige nutzen vorzugsweise Möglichkeiten, die schnell und einfach zu einem Termin im gewünschten Kosmetikstudio führen. Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter solcher Online-Terminplaner von kostenlos bis etwa 35 € pro Monat. Diese können meist unkompliziert in die eigene Internetseite integriert werden. Mein Tipp: Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass SMS-Terminerinnerungen mit enthalten sind. Auf diese Weise minimieren Sie das Ausfallrisiko, wenn Neukunden ihren Termin z.B. schlicht vergessen.

5. Social Media

„Tue Gutes und sprich darüber!“ - Als letztes Instrument unserer kleinen Must-Haves für Kosmetikstudio-Neugründungen wenden wir uns nun den Sozialen Medien zu. Dazu gehören Portale wie z.B. Facebook, Twitter, Xing und Instagram, um nur ein paar zu nennen. Wie der Name schon sagt, geht es hierbei um die soziale Interaktion mit Kunden und potenziellen Neukunden. Auch diese Portale sind vorrangig auf die Kommunikation mit Ihren Kunden ausgerichtet und auch hier führt eher Qualität als Quantität zum Erfolg. Wählen Sie sich also erst einmal ein oder max. zwei dieser Portale, um sich mit Ihren neuen Kunden zu vernetzen. Gerade handwerklich arbeitende Kosmetiker/innen scheuen sich oftmals vor der kommerziellen Nutzung. Dabei ist es eigentlich recht einfach: Suchen Sie Ihre neuen Kunden in dem Sozial-Media-Portal und vernetzen Sie sich. Und dann posten Sie möglichst häufig kleinere Beiträge. Von Angeboten, Behandlungserfolgen, neuen Einrichtungsgegenständen und Dekorationen ist nahezu alles einen eigenen Beitrag mit Bild oder Videoclip wert. Achten Sie nur darauf, dass sich interessante und persönliche Inhalte mit verkaufsfördernden Angeboten die Waage halten. Niemand möchte permanent nur Werbung sehen.

 

Neben den hier aufgeführten Instrumenten, gibt es noch viele weitere, die den Weg zu einem erfolgreichen Kosmetikstudio verkürzen können. Meist ist es aber gerade in der Anfangszeit schwierig, an zu vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Bauen Sie daher z.B. in der dargestellten Reihenfolge erst einmal eine solide Medienpräsenz auf. Denn der Erfolg kommt mit steigender Bekanntheit. 

 

© Autor: Thomas Pretschner